Al'Leu
Bildhauer und Publizist

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CH- 8048 Zürich

Tel.: 0041 (0)79 639 22 15
Fax: 0041 (0)44 810 31 91

E-Mail: alleu@bluewin.ch
Homepage: www.al-leu.ch

Vernissageeröffnung
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Al'Leu

kapoart 04

Vernissagrede 5. November 2004 
Neue Börse, Zürich

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© Foto Martina Leu: Regierungsrat-Präsident Dr. sc. techn. ETH Ruedi Jeker und Bildhauer Al'Leu, Zürich


Die kapoart 04 präsentiert das aktuelle Schaffen der bildnerisch tätigen Angehörigen der 
Kantonspolizei Zürich.

Ihre Werke sind Dokumente persönlicher Empfindung und Ergebnisse privater 
Denkprozesse ausserhalb beruflicher Pflichten und Vorschriften.

Kreativität ist ein wertneutraler Begriff, der wie Janus ein konstruktives und ein destruktives 
Gesicht hat.

Was negative Kreativität ist, wissen jene am besten, die täglich im Kampf gegen die vielfältigen 
Formen von  Verbrechen, Gewalt und Zerstörung im Einsatz sind.

Polizistinnen und Polizisten müssen ihre persönlichen Bedürfnisse und Anliegen im Dienst ihres 
Auftrages zurückstellen und arbeiten oft auch in Bereichen, wo Werte wie Gut und Böse sich in 
enormer Komplexität verdichten oder vermischen.

Diese Belastung kann auch Quelle konstruktiver Kreativität sein. Die künstlerische Kreativität ist 
eine von vielen möglichen Formen erholsamer und Freude vermittelnder Tätigkeiten.

Die kapoart 04 zeigt in beeindruckender Weise  Werke, die durch Phantasie, Ideenreichtum 
und handwerklichen Fleiss bestechen:

Hansruedi Suter setzt sich mit den verschiedenen Phänomen des Raumes auseinander. Das von 
ihm eingesetzte Material ist entscheidend für die Werkaussage. Da Hansruedi Suter gerne mit 
alltäglichen Materialien arbeitet, weisen seine Installationen formale Bezüge zur Arte Povera auf.

Sandra Schweizer schafft dreidimensionale Werke voller Witz und Lebensfreude. Einfallsreichtum 
wird bei ihr zu unbeschwertem Kunstschaffen, das aber bei genauerem Hinsehen darauf hinweist, 
dass den Gesetzen der Freude immer auch die Schatten der Ernsthaftigkeit folgen.

Andreas Disch gestaltet mittels Linien, Farben und Schatten eine phantastische Bildwelt, welche 
ihre Wurzeln in den Abgründen der Träume, aber auch in der Imagination von noch zu entdeckenden 
Welten im Universum hat.

Neben ihren der Pop-Art nahe stehenden Bildern, verweist Belinda Vaqué in ihren anderen Bildern 
auf amorphe Dimensionen, wo stofflicher Eigenwert, Farb- und Texturverläufe sich zu zentralen 
Bildaussagen verdichten...

Die Welt des Zirkus mit seinen Tigern, Elefanten und Clowns ist Zentralmotiv von Rolf Wachters
breitem, künstlerischem Schaffen, das keine Berührungsängste mit Materialexperiment und 
Kunsthandwerk kennt. 

Beat Brüderli, der Crash-Designer, schafft aus Verbrauchtem und Altem: Exklusives und Neues. 
Seine Arbeiten werden neben dem bemerkenswerten kreativen Potential vor allem auch durch 
ein selten gewordenes hohes handwerkliches Können geprägt.

Die Arbeiten von Roger Gava zeigen eine Suche nach neuen Aussagen und Motive in der alten 
Technik der Holzgravur. Fantasy-Motive stehen im Vordergrund seines bisherigen Schaffens. 

Die Aquarelle und die überarbeiteten Gipsabdrücke von Marianne Frauchiger weisen auf ein 
breites Interesse an der Wechselwirkung von malerischer Aussage und plastischer Darstellung hin.

Reto Widler versteht seine der Konzept-Art nahestehenden Objekte als persönlich formulierte 
Sinn - Bilder. Die in dieser Ausstellung gezeigten Buchobjekte charakterisieren sich durch 
hochwertiges Material. Ihre Individualisierung wird erst durch ihre weitere Benutzung ausformuliert 
und abgeschlossen.

Mittels malerischer Sensibilität und gestalterischer Vielseitigkeit schafft Hansjörg Meier immer 
neue Darstellungen seiner grundlegenden Lebensphilosophie: "Farbe heisst Leben und Leben 
heisst Farbe..."

Die Wahl des Mediums Comic fordert immer Doppeltalent: Sprache und Bild müssen in ihrer 
Koexistenz eine optimale Wechselwirkung entfalten, um die packenden Storys von Michael 
Roschmann
in Höchstform zu bringen. 

Eine besondere Herausforderung für  Marcel Brunner ist die Nachempfindung, Einfühlung und 
Auseinandersetzung mit Werken der Kunstgeschichte, wobei Farbe, Material sowie das 
Malverfahren Interessensschwerpunkte sind.

Rolf Looslis Metallobjekte sind von zeichenhafter Kontur und sichtbarer Konstruktion geprägt. 
Materialgerechtigkeit und archaische Kraft geben seinen Werken ihren besonderen Charakter.

Mark - Gavin Brauns   Werkstoff ist der schnelltrocknende Gips. Es sind Körper, die an Hüllen 
erinnern. Die abgeformte Sinnlichkeit dieser Köper steht in einem wirkungsvollen Kontrast zur 
Härte des verwendeten Materials. 

Die Darstellung des weiblichen Aktes wird in Rolf J. Rüeggs neuen Werken durch symbolartige 
Zeichen und vom Film inspirierte Bildausschnitte in ihrer Aussage so gestaltet, dass grundsätzlich 
mehrere Interpretationsebenen möglich werden...

Bei dieser Vielfalt von Werken charakterisier Bob Dylans Feststellung: 
 "Kreativität hat viel mit Erfahrung, Beobachtung und Vorstellungskraft zu tun..."
das Gemeinsame der kapoart 04.

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