Al'Leu
Bildhauer und Publizist

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Fax: 0041 (0)44 810 31 91

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Vernissageeröffnung
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Al'Leu

Lucie Weil · Marlis Schellenberg

Vernissagrede 19. Okt. 2007
Keller Galerie, Zürich

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© Foto Martina Leu: Al'Leu, Marlis Schellenberg, Lucie Weil


Die Steatit - Skulpturen von Lucie Weil setzen sich mit der Erarbeitung einer freien Formgebung auseinander.

Es ist eine Formgebung, die keiner literarischen Inhaltsvermittlung dient.

Die Aussage ihrer Skulpturen entwickelt Lucie Weil aus der Beschaffenheit des Materials, seiner Bearbeitung und dem vorhandenen Formpotenzial des Rohlings.

Ihre Steatit - Skulpturen sind auf klare Formgebung ausgerichtet.

Die Harmonie der Linienführung, die klare Anlage der Flächen, sowie die optische Sichtbarmachung von Textur und Struktur lassen Skulpturen entstehen, in denen sich meditative Verinnerlichung des Ästhetischen mit der subjektiven Kraft des Formwillens vereinen.

Der bruchrohe Stein inspiriert Lucie Weil, regt sie an, Möglichkeiten der Formgebung durchzudenken.

Beim Entstehen einer Skulptur muss aus einer Anzahl Versionen die überzeugendste ausgewählt werden.

Die Frage, ob eine Form konkav oder konvex, hart oder weich, waag- oder senkrecht, rund oder flächig ausgeführt werden soll, ist entscheidend für den Charakter der jeweiligen Skulptur.

Der Skulpturentypus, dem sich Lucie Weil verpflichtet fühlt, ist verhältnismässig jung und ein Konglomerat aus mehreren kunstgeschichtlichen Quellen der Neuzeit:

Die Strenge der konkreten Kunst, die biomorphen Schöpfungen der dadaistischen Plastiker und Aspekte aus der anthroposophischen Ideenwelt finden in den Werken von Lucie Weil eine sehr persönliche Aufarbeitung und Realisation.

Es sind Skulpturen, die trotz ihrer zeitgemässen Art eine dauernde Gültigkeit in sich bergen.

Lucie Weils Werke entziehen sich dem Sensationellen, dem kurzlebigen des Spektakulären und dem Wahn des Schnellen, um Formen der Ruhe, der Besinnung und der Nachvollziehbarkeit vor uns zu entfalten.

Ihre Steatit - Skulpturen entwickeln, jede auf ihre Art, eine besondere Eigengesetzlichkeit ihrer dreidimensionalen Bewegungen im Raum.

Ihre Qualitäten formen sich aus dem Potenzial von Rhythmik und Spannung in der kompositionellen Funktionalität aus Drehungen, Wendungen, Dehnungen der Flächenverläufe und Wölbungen.

Sie schaffen in ihrer Wechselwirkung immer neue Varianten der Balance.

Lucie Weils Skulpturen sind in keiner Weise ideologisch, sondern verweisen auf die grundlegende Sehnsucht des Menschen nach transzendenter Erfahrung im Erleben des Harmonischen... 

 


Die Auswahl und der Umgang mit der Farbe formulieren nicht nur die Grenzen und zugleich die Möglichkeiten des individuellen Malprozesses, sondern visualisieren immer auch die Persönlichkeit und die Sensibilitätsfähigkeit der Malerin oder des Malers.

Die Malerei von Marlis Schellenberg ist die einer intuitiven Bildschöpfung, die sich nicht mit dem Sehen in der Natur auseinander setzt, sondern Räume des Subjektes erschliesst.

Aspekte des Subjektiven werden farblich formuliert und dadurch zu intuitiven und sensitiven Botschaften, welche das Strenge und Formale auflösen zugunsten einer poetischen Malerei, die sich aus Raum und Zeit zu befreien scheint.

Umrisse und Formen befinden sich in dem schwebenden Wechselspiel zwischen Manifestation im Raum und der Entstofflichung aus dem Formalen.

Der Malgestus entwickelt bei Marlis Schellenberg freie Formulierungen, die Assoziationen an musikalische Werte wecken.

Abtönen und Aufhellen, Durchdringungen von Tiefenwirkung und Oberflächenbeschaffenheit schaffen das prismatische und wechselseitige Ausreizen von Tonwerten und Stufungen.

Die Sättigungsgrade der Farbeigenschaften, die Variation der Leuchtkraft, sowie die primäre, sekundäre und tertiäre Formulierung der Farben bestimmen die emotionale Aussage dieser Bilder.

Marlis Schellenberg arbeitet konsequent im Sinne des Kunsttheoretikers Kurt Badt, der in seinen "Theoretischen Versuchen" festgestellt hat, dass:

"Kunst der einzige Bereich sei, in dem etwas geschieht, das ohne Notwendigkeit und Zwang seinen eigenen Gesetzen gehorcht. Dass nur in ihr ein Gesetz und seine Erfüllung eine reine Übereinstimmung finden".

Marlis Schellenberg zeigt in ihren Bildern auf, dass Farbe gerade in weitgehend formfreien Kompositionen eine besonders hochdifferenzierte bildnerische Dramaturgie zwischen den Befindlichkeiten - beruhigend, warm, kalt, vibrierend, dominant, geheimnisvoll, mythisch ,melancholisch aggressiv und erregend - variantenreich entwickeln kann.

Ihre Bilder sind geprägt von der Erfahrung mit den Möglichkeiten der Eitempera und den Experimenten mit der Technik der Acrylcollage.

Sie zeigt in ihren Werken auch, dass Farben sich bewegen:

Die warmen treten hervor, die kalten ziehen sich in der Bildkomposition zurück, mischen und durchdringen sich gegenseitig und entfalten eine vielschichtige visuelle Poesie.

Marlis Schellenbergs Bilder sind beeindruckende Einblicke und Aussichten in das Panorama ihrer Gefühls- und Seelenlandschaft.

Sie bekräftigen aber auch Konrad Fidlers Erkenntnis, dass "die Kunst auf keinem anderen Weg zu finden ist, als auf ihrem eigenen..."

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